Fragen und Antworten zu unserer Pilzzucht

Sie haben Fragen? Erfahren Sie mehr zu Chidos Mushrooms und unserer Pilzzucht

Seit wann existiert Chidos mushrooms?

Die ersten Experimente begannen 2010 unter dem Namen Chido UG. Es dauerte ungefähr ein Jahr bis wir die Zulassung zum Verkauf erhielten.

Wie ist die Idee entstanden?

Wir arbeiten im Netzwerk der Blue Economy, die nach dem Vorbild handelt, dass jeder Abfall eine Ressource bzw. ein Rohstoff ist. Es gibt in diesem Netzwerk schon seit langem Projekte, um die Abfälle auf Kaffeeplantagen zur Pilzzucht zu nutzen – und damit für die jeweilige Region Einkommen und Ernährungssicherheit zu schaffen. Kaffee als zweitgrößtes Handelsgut der Welt hinterlässt  aber eben auch bei ‚uns‘ tonnenweise Abfälle (genau genommen ca. 8 Millionen Tonnen pro Jahr weltweit), welchem wir einen Nutzen zuteilen wollen.

Wie ist unser Produktionsprozess?

Wir oder unsere Partner holen den Kaffeesatz von Cafés, mehrmal in der Woche, damit der Kaffee immer möglichst frisch ist. Die Kaffeeabfälle werden mit dem Pilzmyzel vermischt, welches das Substrat für unsere Pilzproduktion ergibt. Wir füllen damit die Substratbeutel und hängen oder stellen diese in unserem Keller auf. Es gibt 2 Räume: einen für die Inkubationsphase, und einen für die Fruchtphase. Dann warten wir  bis die Pilze wachsen!

Wo und wie sammeln wir den Kaffeesatz?

Wir oder unsere Partner arbeiten mit Partner Cafés oder großen Verbrauchern wie z.B. Krankenhäusern. Wir bekommen ihren Kaffeesatz und die Cafés sparen sich die Abfallbeseitigung! Nun sollte man nicht vergessen die daraus folgenden Transport- und Arbeitskosten zu beachten.

Warum verwenden wir Plastikbeutel und keine aus Biokunststoff?

Wir wollen unsere Auswirkungen auf die Umwelt reduzieren und die Plastikbeutel durch ein kompostierbares Material ersetzen. Aber leider haben wir noch kein für uns passendes Biomaterial gefunden. Es gibt mehrere Gründe dafür:

  • Biokunststoffe bestehen aus Cellulose oder Stärke welche als Nährstoffe für unseren Pilz dienen. Die Beutel werden nach kurzer Zeit vom Pilz verzehrt (bisher blieb keine unserer Testreihen erfolgreich).
  • in den meisten Fällen sind Biobeutel nicht leicht kompostierbar, weil sie verschiedene Molekülkomplexe enthalten. Sie enden letztlich im normalen Restmüll, für die Reststoffverwertung sind sie auch nicht geeignet weil sie nicht aus Plastik bestehen.
  • einige der Biokunststoffe enthalten genetisch veränderte Organismen (GMO), diese könnten sich negativ auf unsere Pilzproduktion auswirken, außerdem stehen wir genetisch veränderten Organismen kritisch gegenüber.
  • viele Biokunststoffe werden aus Lebensmitteln hergestellt und geben damit einen wirtschaftlichen Anreiz, Plastik statt Essen herzustellen, das möchten wir ungern fördern.

Wir arbeiten jedoch weiter an einer passenden Lösung!

Welche Sorten Pilze züchten wir und warum diese?

Als Resultat unserer langen Experimentierphase sind die Seitlinge am besten für unsere Gegebenheiten geeignet. Die drei Varianten die wir derzeit anbieten, Weißer-, Rosa- und Limonenseitling haben ähnliche Wachstumsbedingungen. Eine Ausweitung würde weitere Räume und/oder hohe Energiekosten beinhalten um die besten Wachstumsbedingungen für alle Pilze zu gewährleisten. Dies passt nicht in unsere derzeitigen Pläne, jedoch ist es nicht auszuschließen das wir unser Angebot zukünftig erweitern werden.

Warum haben wir kein Bio-Zertifikat?

Wir arbeiten mit einem natürlichen Produktionsprozess, aber der Kaffeesatz den wir sammeln ist nicht zertifiziert biologisch. Wir prüfen derzeit den Aufbau einer weiteren Linie, bei der wir den Kaffeesatz von zertifizierten Bio-Cafés sammeln, um anschließend für unser Produkt ein solches Zertifikat ausstellen zu lassen.

Schmecken unsere Pilze nach Kaffee? Enthalten sie Koffein?

Nein. Alle Analysen die von professionellen Laboratorien durchgeführt wurden ergaben das kein Koffein enthalten ist. Auch wenn es im Produktionskeller immer nach Kaffee riecht schmecken die Pilze nicht nach Kaffee! Sie sind wunderbare Spezies mit der Gabe jedes Molekül brechen zu können und in Proteine und Kohlenhydrate umzuwandeln. 

Wie schmecken die verschiedenen Sorten?

Der weiße Austernpilz ist fest und saftig mit einem nussigen Aroma.

Der Limonenseitling schmeckt frisch und fruchtig, leicht säuerlich wenn er roh ist.

Der Rosaseitling hat ein zartes, leicht süßliches Aroma.

Wachsen unsere Pilze das ganze Jahr über?

Von September bis Juni wachsen alle drei Sorten konstant, wir sind sehr froh auch neben der eigentlichen Pilzsaison frische Pilze anbieten zu können. Im Sommer wächst der Rosaseitling außerordentlich schnell, da es ein tropischer Pilz ist schätzt er die Hitze. Der Limonenseitling fühlt sich im Gegensatz dazu im Winter wohler.

Sind unsere Pilze gesund?

Überwachungen aus wissenschaftlichen Untersuchungen belegen das der Austernpilz den Cholesterinspiegel senken, das Immunsystem stimulieren und die Krebsstimulanz verringern. Pilze sind außerdem eine frische, vegane Quelle von Vitamin B12, welche für den Zellwachstum und die Zellregeneration wichtig sind. Weiterhin haben Pilze einen geringen Kalorienanteil und einen verhältnismäßig hohen Eiweiß- und Ballaststoffanteil, was gerade für Menschen die an Diäten gebunden sind sehr interessant ist.

Berlin ist unser Hauptquartier. Und außerhalb von Berlin?

Außerhalb von Berlin kann man unsere Pilze derzeit nicht erwerben, aber wenn Sie einen kleinen Pilzgarten bestellen, können Sie die Pilze zuhause selber züchten und den Geschmack erntefrischer Pilze erleben.

Kann jeder Pilze zuhause züchten mit dem kleinen Pilzgarten?

Es ist für jedes Alter ein einfacher Prozess: man muss nur

1. den Karton an der perforierten Linie öffnen

2. den Substratbeutel X-förmig einschneiden

3. den Substratbeutel für 6-12 Stunden in Wasser einlegen

4. den Beutel zurück in den Karton stellen

5. die Öffnung mehrmals täglich besprühen

Dabei kann man den Pilzen täglich beim wachsen zusehen bis sie erntereif sind.

Was ist in dem Pilzgarten enthalten?

Der kleine Pilzgarten enthält in einem perforierten Plastikbeutel Kaffeesatz und Pilzmyzel, welcher in unser oder einer Partnerproduktion  angefertigt wird. Die Substratbeutel bleiben zwei Wochen in unserem Inkubationsraum wo der Pilz sich im Substrat entwickelt. Wenn das ganze Substrat durchsetzt ist, sind die Pilzgärten bereit zum Versand zu Ihnen nach Hause wo sie Fruchtkörper und letztlich den Pilz ausbilden. Dazu müssen Sie lediglich die detaillierte Zuchtanleitung beachten, welche dem Pilzgarten beigelegt ist.

Wie lange kann man warten bevor man mit der Zucht beginnen sollte?

Da der kleine Pilzgarten ein lebendes Frischeprodukt ist, sollten Sie so bald wie möglich mit der Zucht beginnen. Der kleine Pilzgarten ist ca. 4 Wochen nach Eintreffen bei Ihnen haltbar. In diesem Fall sollten Sie den kleinen Pilzgarten in den Kühlschrank stellen, um die Bildung der Fruchtkörper zu verlangsamen. Allerdings kann es passieren, dass sich dennoch schon Fruchtkörper bilden – in diesem Fall bitte das Set aus dem Kühlschrank nehmen und im Zimmer bis zur Ernte feucht halten.

Wo ist der beste Platz für die Zucht zuhause?

Sie brauchen weder einen Garten noch einen Keller! Idealerweise eignet sich ein kühler Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit. Luft und Licht sind notwendig für das Wachstum der Pilze, direkt Sonneneinstrahlung sollte jedoch vermieden werden. Die Raumtemperatur sollte bei 15-25°C liegen, je niedriger die Temperatur desto langsamer wachsen die Pilze, der Geschmack wird dadurch jedoch intensiviert. Je höher die Temperatur desto schneller das Wachstum, jedoch wird der Geschmack weniger stark ausgebildet. Erfahrungsgemäß ist ein Badezimmer ein guter Platz zur Anzucht, da dies meist der feuchteste Raum ist.

Wie lange dauert es bis die ersten Pilze zu sehen sind? Was sollten Sie tun wenn sich nichts tut?

Meistens dauert es 5 bis 10 Tage bis man die ersten Pilze wachsen sieht. Wenn sich nach 20 Tagen noch nichts gebildet hat sollten Sie uns kontaktieren, mit einem Foto, einer kurzen Beschreibung des Standorts und Ihrer Vorgehensweise. Sofern nichts mehr zu retten ist, werden wir den Pilzgarten kostenfrei ersetzen.

Wie ist das normale Aussehen des Substrats

Der Pilz hat das Aussehen eines weißen Netzes oder Überzug welcher sich um das schwarze Substrat (Kaffeesatz) legt. Je weißer das Substrat desto mehr Kaffeesatz wurde vom Pilz verzehrt. Sollten grün-blaue Stellen sichtbar sein, könnte dies Schimmelpilzbefall bedeuten, dieses Problem kann auftreten wenn der Schimmelpilz sich schneller als der eigentliche Pilz entwickelt. In dem Fall kann man die betroffene Stelle mit einem Löffel entfernen und entsorgen, sofern nicht das ganze Substrat befallen ist. Zögern Sie jedoch nicht uns ein Foto zu schicken und wir werden Ihnen sofort Ersatz zukommen lassen.

Ist es empfehlenswert die Pilze mit eigenem Kaffeesatz zu ergänzen?

Der kleine Pilzgarten beinhaltet bereits einen ausreichenden Anteil an Kaffee, durch den sich der Pilz ernähren und eine schöne Ernte produzieren kann. Sollte Interesse bestehen die Zucht nach der Ernte zu verlängern (=nachdem das Substrat ermüdet ist) können Sie dies gerne versuchen, müssen jedoch damit rechnen, dass es Schimmel ansetzen und der Ertrag sehr gering ausfallen könnte.

Ist es ein Problem wenn man ein paar Tage nicht zuhause ist? Was passiert wenn die Pilze austrocknen?

Es ist besser das Substrat nicht austrocknen zu lassen. Sollte es passieren, versuchen Sie das Substrat für einige Stunden in Wasser einzulegen. Bitte beachten Sie, dass dies nicht mehr möglich ist wenn die Pilze bereits mit dem Wachstum begonnen haben. Sollten die Pilze ausgetrocknet sein, können sie trotzdem geerntet und wie getrocknete Pilze zubereitet werden, dazu sollten sie vor der Zubereitung in Wasser eingelegt werden.

Wann sind die Pilze erntereif?

Sie werden feststellen, dass die Pilze ab einem gewissen Moment nicht mehr weiter wachsen. Der beste Zeitpunkt zur Ernte ist kurz bevor die Lamellen sich zu öffnen beginnen. Wenn Sie sehen, dass die Ansätze der Pilze oder der Rand des Kopfes trocken oder splittrig werden, oder dass Pilzsporen (sieht aus wie weißer Staub) austreten, sollte schnellstmöglich geerntet werden.

Was sollte man nach der ersten Ernte tun?

Wenn sie weiterhin den Beutel mehrmals täglich besprühen kann man mit einer zweiten und sogar dritten Ernte rechnen. Nach jeder Ernte sollte der Substratbeutel für 6-12 Stunden in Wasser eingelegt werden. Das Substrat sollte niemals austrocknen. Bitte beachten Sie, dass die weiteren Ernten erst nach 2-3 Wochen zu erwarten sind, dafür braucht es ein wenig Geduld. Sollte der Karton sehr nass geworden sein und nicht mehr schön aussehen kann dieser entsorgt werden, der Substratbeutel sollte in dem Fall auf einen mit Wasser befüllten Untersetzer gestellt werden. Zuvor sollten Sie den Beutelboden leicht durchlöchern. Dies lässt Sie sehen ob die Pilze auch an anderer Stelle wachsen als dem Ausschnitt der Geschenkverpackung und der Einschnitt zur Bewässerung kann vergrößert werden.

Worin könnte der Grund liegen wenn es keine zweite Ernte gibt?

Der häufigste Grund dafür ist das das Substrat ausgetrocknet ist. Die Wetterbedingungen können ebenfalls eine Rolle spielen – Pilze wachsen nicht immer genau nach unserem Willen. Senden Sie uns gerne ein Bild wenn Sie einen Rat brauchen, auf Fotos können wir am besten Probleme identifizieren.

Wie hoch ist die zu erntende Menge die erwartet werden kann?

Es ist ein Maximum von ca. 500 g Pilzen aus drei Ernten zu erwarten. Die Menge wird sich nach jeder Ernte verringern. Bitte denken Sie daran das der Pilz ein natürlicher, lebender Organismus ist bei dem der Wachstum durch verschiedene Bedingungen beeinflusst werden kann und die Menge der Pilze daher variieren kann.

Kann man die geernteten Pilze aufbewahren?

Die Pilze können im Kühlschrank etwa 5 Tage aufbewahrt werden, natürlich schmecken sie am besten wenn sie noch ganz frisch sind. Sollen die Pilze langfristig haltbar bleiben besteht die Möglichkeit, diese in einem Ofen zu trocknen.

Was sollten Sie mit dem Restsubstrat nach der letzten Ernte tun?

Nach erfolgreicher Ernte ist das Restsubstrat am besten im Garten zu vergraben, auch ein bewässerter Balkonplatz ist dafür geeignet. Möglicherweise werden so nach einigen Monaten nochmal Pilze wachsen. Der Austernpilz ist ein hervorragender Zersetzer von Holz und kann die vorhandenen Nährstoffe auch für umliegende Pflanzen zugänglich machen.

Wo kann man unseren kleinen Pilzgarten kaufen?

Die Pilzgärten können direkt in unserem Online-Shop bestellt und mit der Post versendet werden. Außerdem ist hier eine Liste mit allen aktuellen Partnerläden die unser Produkt anbieten. Allerdings sind sie dort ggf. nicht immer vorrätig!

Kann der Pilzgarten auch außerhalb Deutschlands versendet werden?

Ja der Versand ist innerhalb der EU möglich, leider zollbedingt nicht in die Schweiz. Bitte beachten Sie dass die Lieferkosten dadurch steigen können. Mit unserem Spezialangebot „4 in 1 Power Pack“ (versandkostenfrei) lohnt sich die Bestellung aus jedem europäischen Land.